Krugsreuth

In Krugsreuth gab es vor dem II. Weltkrieg 5 Gasthäuser. Aus diesen ist eine einzige Wirtschaft überliefert worden, die mit einigen Unterbrechungen immer noch im Betrieb ist. Einzelne Gasthäuser sind in der untenstehenden Luftaufnahme von 1948 gekennzeichnet.

Pos. Nr. Gasthaus 1893 1906 1930 1941
1 10 Gasthaus Juchhöh J. Kasar Karl Muck Gustav Braun Gustav Braun
2 86 Cafe-Restaurant Wittmann Ernst Obert Gustav Kreuzer Karl Wittmann Karl Wittmann
3 4 Gasthaus Nikol Goßler Nikol Goßler Albin Goßler Albin Goßler Wilhelm Sticht
4 83 Cafe-Restaurant Mayer x x Katharine Müller Gustav Fleißner
5 84 Gasthaus Fuchs x Albin Fuchs Richard Fuchs Richard Fuchs
    Gesamt 4 6 6 6

1

Gasthaus Juchhöh, Nr. 10

Dieses Gasthaus stand einst unweit von der Sächsischen Grenze. Seine Name wurde von dem Ortsteil Juchhöhe abgeleitet (früher Finkenburg), der sich hier erstreckte. Es wurde schon von Tittmannem 1893 erwähnt. Das Gasthaus brannte 13.11.1908 aus und die Ascher Bürgerliche Brauerei ließ einen Neubau errichten, den Karl Muck in Pacht nahm. Um 1930 hatte die Wirtschaft Gustav Kispert übernommen, der in der Nr. 134 hauste, wo er eine Tabaktrafik unterhielt.

Der letzter Pächter war Gustav Braun. Das Gasthaus war das markanteste, zugleich größte und am stärksten frequentierte Lokal Krugsreuths. Es war Treffpunkt der völkischen Vereine, Ziel vieler Ausflügler der näheren und weiteren Umgebung, sowie unzähliger Gäste und Kurgäste aus dem nahen Bad Elster. Das Gasthaus war ausgelegt auf mehrere hundert Gäste. Mit drei Schenkstuben und einem Saal war es jederzeit in der Lage, allen Wünschen gerecht zu werden. Zum Gasthaus gehörte auch ein Wirtschaftsgarten. An schönen Sommersonntagen kam es öfter vor, daß man warten musste, bis ein Tisch frei wurde. In solchen Situationen sorgten Aushilfsbedienungen dafür, daß die Gäste nicht allzulange warten mußten. Neben dem Wirtschaftsgarten befand sich auch eine Kegelbahn.

Es ist uns nicht bekannt, ob die Gastwirtschaft auch nach der Vertreibung bewirtschaftet wurde, aber angesichts von Nähe der Staatsgrenze eher nicht. Das Gasthaus wurde anfangs der 1960er Jahre abgerissen.

Gasthaus Juchhöh Inzerát na hostinec Juchhöh z roku 1906

Anzeige aus dem Adressbuch von 1906

Gasthaus Juchhöh

Das Gasthaus nach dem Umbau, um 1910

Gasthaus Juchhöh

Blick vom Biergarten ins Tal und nach Hainberg

Gasthaus Juchhöh

Der Innenraum und der Biergarten in den 1940er Jahren


2

Cafe-Restaurant Wittmann, Nr. 86

Die nächste Gaststätte war das Cafe-Restaurant Wittmann. Erwähnt wurde es schon vom Wittmann im Jahre 1893. Ursprünglich hieß das Gasthaus "Zur Erholung" und sein Inhaber war Ernst Oberth. In früheren Zeiten kehrten dort gerne Fuhrleute, später Kraftfahrer ein, da die Gastwirtschaft unmittelbar an der Straße Asch - Grün lag.

In den 1930er Jahren hatte Karl Wittmann das Gasthaus vollig umgebaut. Er ließ die Nischen im Tanzsaal installieren, wodurch ein einladenderes, freundlicheres Äußeres geschaffen wurde. Das war die Voraussetzung, um danach Sonntag für Sonntag zum Tanze aufspielen zu lassen.

Es ist einziges Gasthaus von Krugrsreuth, das bis zur heutigen Tagen überliefert worden ist. Bis 1989 war es eine billige Kneipe und der Sitz des Krugsreuther Fußballmannschaftes, dessen Spielplatz gleich gegenüber lag. Nach 1989 wurde die Gaststätte mehrmals umgebaut und unbenannt, der Betrieb wurde vielmehr auf die deutsche Klientel gerichtet, zur Zeit teilweise wieder im Betrieb (Frühling 2016).

Hostinec Zur Erholung

Ursprüngliches Aussehen des Gasthauses, Anfang des 20. Jahrhunderts

Restaurant K. Wittmann

Gaststätte nach dem Umbau in den 1930er Jahren

Restaurant Wittmann 1964

Gasthaus 1964

Restaurant K. Wittmann

Gasthaus 1988

Restaurant K. Wittmann 2013 Restaurant K. Wittmann 2013 Restaurant K. Wittmann 2013

Geschlossenes Gasthaus 2013 ‌ © Thonbrunn


3

Gasthaus Nikol Goßler, Nr. 4

Drittes Gasthaus stand einst auch direkt an der Straße von Asch nach Grün, es war aber wohl nur eine kleine Schenke. Das unten stehendes Bild wurde anfangs des 20. Jahrhunderts aufgenommen. Damals hieß das Gasthaus "Zum weissen Engel" und damaliger Inhaber war Nikol Gossler. In den 1930er Jahren erwarb Wilhelm Sticht aus Neuberg das Wirtshaus und eröffnete zusätzlich eine Metzgerei. Nun brauchten sich die Krugsreuther nicht mehr nach Grün zu begeben, um bei den Fleischhauern Löw und Pensel ihren Bedarf zu decken.

Das Schicksal der Wirtschaft in den Nachkriegsjahren ist uns nicht bekannt. Das Anwesen wurde in den 1950er Jahren abgerissen.

Gasthaus Gossler Gasthaus Gossler, 40. léta 20. století

Das Gasthaus mit einer Fleischerei in den 1940er Jahren, Foto: Sammlung von Peter Fritsch, Luxembourg


4

Cafe-Restaurant Mayer, Nr. 83

Nächstes Wirtshaus in Krugsreuth war Cafe-Restaurant Mayer, das unweit von der Krugsreuther Volkschule stand. Als eine Weinstube wird es schon 1906 erwähnt, damaliger Inhaber war Johann Adler.

Das Schicksal des Wirtshauses in den Nachkriegsjahren ist uns nicht bekannt. Das Haus wurde in den 1950/60er Jahren abgerissen.

Vinárna Adler

Die Weinstube vom Anfang des 20. Jahrhunderts; Foto: Sammlung von Peter Fritsch, Luxembourg

Cafe-Restaurant Mayer

Die Gaststätte mit einem Anbau, 1930er Jahren; Foto: Stiftung Ascher Kulturbesitz Rehau

Inzerát Cafe-Restaurant Mayer

Anzeige von 1935

Cafe-Restaurant Mayer

Zeitgemäße Collage mit dem Inhaber des Café-Hauses


5

Gasthaus Fuchs, Nr. 84

Letztes Gasthaus gehörte der Familie Fuchs.

Es ist uns bislang nicht gelungen, etwas näheres über diese Gaststätte zu erforschen.

Das Gasthaus wurde, wie die meiste Häuser von Krugsreuth, in den 1950/1960er Jahren abgerissen.

Gasthaus Fuchs

Foto: Sammlung von Peter Fritsch, Luxembourg


Luftaufnahme von 1948

Die Luftaufnahme von 1948 mit markierten Gasthäusern.

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