Postwesen in Schönbach

 

Das jüngste Postamt des Ascher Landes wurde in Schönbach am 1.8.1913 eröffnet. Das Schönbacher Post-, Telefon- und Telegrafenamt befand sich im Haus Nr. 270 (dieses Gebäude ist bis heutigen Tagen überliefert worden). Die Schönbacher Poststelle war auch für die benachbarte Ortschaften Schildern und Mähring zuständig.

Wer als erster Postmeister in Schönbach gedient hatte, ist nicht überliefert worden. In den 1930er Jahren war es der Postmeister Wenzel Blaha. Es war wohl ein tschechischer Beamte, der bis 1938 im Amt tätig war. Für Schönbach sind in den Adressbüchern von 1930/35/41 keine Briefträger, sondern die Postbediensteter erwähnt. Es kann angenommen werden, dass es sich schon um die Briefträger handelte, da am Postamt wohl so viele Personen nicht beschäftigt wurden. In den 1930er Jahren waren es: Ferdinand Dötsch, Karl Gläßner und Ernst Richter. 1941 ist kein Postmeister mehr erwähnt, hingegen wurden zwei Postfacharbeiter genannt: Robert Herold und Albert Türbel. Zum Kriegsende wurde der Postbetrieb vermutlich auch vom weiblichen Personal sichergestellt.

Nach dem Kriegsende wurde der Postbetrieb von Tschechen übernommen. Die Schönbacher Postgeschichte in der Nachkriegszeit muss erst erforscht werden.

Postamt in Schönbach

Schönbacher Postamt Nr. 270 (das Haus ganz links); Foto: Stiftung Ascher Kulturbesitz Rehau

Ehemaliges Postamt in Schönbach Ehemaliges Postamt in Schönbach

Einstiges Schönbacher Postamt (links), Stand Winter 2019; © Thonbrunn

Postamt in Schönbach

Heutiger Schönbacher Postamt Nr. 196, Stand Winter 2019; © Thonbrunn

 

Postverkehr in Schönbach - Briefe, Postkarten, Stempel usw.:

Folgend werden einige Beispiele des Schönbacher Postverkehr aufgeführt:

 

Ein Paket-Begleitschein vom 14.8.1916 mit dem Zweikreis-Poststempel mit Brücke - SCHÖNBACH Bez. ASCH (Nr.1 - siehe Tabelle unten). Es handelt sich um ältesten Schönbacher Poststempel, auf dem die Angaben über den Tag, Monat u. Jahr der Versendung, die Identifizierung-Buchstabe "b" und eine römische Ziffer XII (die Stunde der Abstempelung) angegeben sind.

Begleitschein von 1916

 

Eine Postkarte vom 18.3.1922 mit dem neuen tschechoslowakischen Zweikreis-Poststempel mit Brücke - SCHÖNBACH OKRES AŠ / SCHÖNBACH BZ. ASCH. Auf dem Poststempel sind die Angaben über den Tag, Monat u. Jahr der Versendung und eine römische Ziffer XII (die Stunde der Abstempelung) angegeben. Der Stempel trägt außerdem die Aufschrift Č.S.P. (Tschecho-Slowakische-Post) und die Identifizierung-Buchstabe "b".

Postkarte von 1922

 

Ein Einschreiben-Brief vom 12.9.1929 mit dem Zweikreis-Poststempel mit Brücke - SCHÖNBACH u AŠE / SCHÖNBACH bei ASCH. Auf dem Poststempel sind die Angaben über den Tag, Monat u. Jahr der Versendung und eine arabische Ziffer 17 (die Stunde der Abstempelung) angegeben. Der Stempel trägt außerdem Identifizierung-Buchstabe "a". Der Brief ist außerdem mit dem Stempel Ortschulrat Schildern und einem R-Klebezettel versehen.

Postkarte von 1929

 

Ein Geschäftsbrief vom 14.10.1938 mit dem provisorischen Schönbacher Poststempel - Postamt Schönbach Bezirk Asch, frankiert schon mit der reichsdeutschen Briefmarke. Weil aus Schönbach keine modifizierte Poststempeln aus dem jahre 1938 (mit dem Aufbruch des tschechischen Textes) bekannt sind, kann man anzunehmen, dass es während der Krise im September 1938 zum Verlust des Schönbacher Poststempels gekommen wurde. Deshalb wurden bis zum Ende 1938 und anfangs 1939 ein provisorischer Poststempel verwendet.

Brief von 1938

 

Eine Postkarte vom 3.2.1939 mit anderem reichsdeutschen provisorischen Schönbacher Poststempel - Schönbach b. Asch. In gleichem Jahr wurde ein neuer reichsdeutscher Poststempel eingeführt, dieser wurde dann bis zum Kriegsende 1945 verwendet (siehe unten).

Postkarte von 1939

 

Eine Postkarte vom 6.3.1941 mit neuem reichsdeutschem Schönbacher Poststempel - SCHÖNBACH KR. ASCH. Der Poststempel trägt die Angaben über Datum u. Zeit der Absendung und eine Identifizierung-Buchstabe "b".

Postkarte von 1941

 

Gleicher Poststempel wie oben, jedoch auf einer Feldpost-Sendung vom 12.12.1941 (Briefmarke-frei).

Feldfost von 1941

 

Nach dem Kriegsende 1945 wurde vermutlich bis 1948 ein provisorischer Gummi-Poststempel verwendet (bekannt sind die Stempeln 1945 / 1946).

Brief von 1946

Im Jahre 1948 wurde Schönbach auf Krásná unbenannt und es wurden auch neue tschechische Poststempeln mit Brücke eingeführt. Bis 1973 war auf dem Poststempel die Aufschrift Krásná, das Datum, die Uhrzeit und eine Identifizierung-Buchstabe. 1973 wurden die PLZ eingeführt, diese waren und sind bis Heute auch auf dem Poststempel angegeben. Seit 1973 wurde auch statt einer Identifizierung-Buchstabe eine Identifizierung-Ziffer eingeführt.

 

 

Die Schönbacher Poststempel:

Form Nr. Jahr (ca.) Merkmale Abbildung
1. 1916 Aufschrift SCHÖNBACH Bez. ASCH /
Datum mit römischer Zahl XII
u. Identifizierung-Buchstabe "b"
Schönbacher Stempel 1916
2. 1922 Aufschrift SCHÖNBACH OKRES AŠ /
SCHÖNBACH BZ. ASCH
C.S.P. / Datum u. Identifizierung-Buchstabe "b"
Schönbacher Stempel 1922
3. 1929 Aufschrift SCHÖNBACH u AŠE /
SCHÖNBACH BEI ASCH
Datum u. Identifizierung-Buchstabe "a"
Schönbacher Stempel 1929
4 1938 Aufschrift Postamt Schönbach Bezirk Asch / Datum Schönbacher Stempel 1938
5 1939 Aufschrift Schönbach b. Asch / Datum Schönbacher Stempel 1939
6 1941 Aufschrift SCHÖNBACH KR. ASCH
/ Datum, Uhrzeit u. Identifizierung-Buchstabe "b"
Schönbacher Stempel 1941
7 1946 Aufschrift SCHÖNBACH u Aše (bei Asch)
Jahr-Angabe
Schönbacher Stempel 1946
8 vor 1973 Fragment eines Schönbacher Poststempel vor 1973,
Aufschrift Krásná (noch ohne PLZ)
Datum, Uhrzeit u. Identifizierung-Buchstabe "a"
Schönbacher Stempel um 1960
9 2014 Schönbacher Poststempel nach 1973,
Aufschrift Krásná 351 22 (PLZ)
Datum, Uhrzeit, Identifizierung-Ziffer
Schönbacher Stempel 2014
 
 

 

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